Quadratisch, praktisch, gut und auch noch FAIR Weltladen zu Gast in der 8a und 8b

Im Schuhladen kauft man Schuhe. Im Buchladen kauft man Bücher. Und im Weltladen gibt's die ganze Welt zu kaufen? Nicht ganz, obwohl es im Weltladen tatsächlich Erstaunliches aus der ganzen Welt gibt: Verpackungsdosen aus einer alten Plastikflasche, ein Geldbeutel aus Filz, eine Schüssel aus Kokosschale, ein Gewürzlöffel aus Horn. Ja, und natürlich auch Schokolade aus guten Kakaobohnen!

Und diese Schokolade nahm Andrea Gehrung, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin aus dem Weltladen in Landshut, besonders ins Visier, als sie auf Einladung von Annemarie Schöffmann den Schülerinnen der Klassen 8a und 8b in der Erdkundestunde einen Einblick in die Idee der sogenannten Weltläden gab.

Der herkömmliche Handel führt nämlich dazu, dass auch die süßeste Schokolade für den Kakaobauern einen sehr bitteren Beigeschmack hat: Gerade mal eineinhalb Stückchen einer leckeren Tafel kann der Kleinbauer in Südamerika als Verdienst einbehalten. Mit diesem Anteil wird er sein Leben nicht finanzieren können. Weltläden versuchen einen Handel zu stärken, bei dem sich Bauern zu Kooperativen zusammenschließen, die sich wiederum dafür einsetzen, dass Erträge wie Kakaobohnen zu angemessenen Preisen nach Europa verschifft werden. Andernfalls - so Gehrung - habe der einzelne Bauer mit seinem Sack Kakaobohnen keine Chance mit dem Anbau auf Großplantagen zu konkurrieren. Schließlich wollten ja auch die diversen Zwischenhändler kräftig mitverdienen.

Jugendliche seien es vor beinahe 50 Jahren gewesen, die die Idee der Weltläden ins Leben gerufen hätten, um Geld zu erwirtschaften, mit dem der globale Süden, insbesondere der Hungergürtel um den Bereich des Äquators, dauerhaft finanziell unterstützt werden kann.

In ihrem anschaulichen Vortrag konfrontierte Gehrung die Schülerinnen wiederholt mit konkreten Fragen: „Wer kennt Gepa?“ Obwohl viele der Schülerinnen Schokolade lieben, zeigte sich, dass dieses Label, das fairen Handel garantiert, weitaus unbekannter ist als jene Marken, die entweder Kühe violett bemalen oder von quadratisch, praktisch, guter Schokolade sprechen, dabei aber im Unterschied zu gepa das Wort "fair" unter den Tisch fallen lassen. Gepa hingegen verzichtet auf kostspielige Werbung - auch zugunsten von Geldprämien, mit denen in den unterstützten Gemeinden Schulen errichtet oder Fahrräder angeschafft werden können. (Schö/Sf)

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